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Der umfassende Ratgeber zur Direktvermarktung von Solarstrom

Inhaltsverzeichnis:

Trotz des Namens "Direktvermarktung", gehen die meisten Betreiber von Solaranlagen nicht persönlich zur Strombörse, um ihren erzeugten Strom zu verkaufen. Sie beauftragen ein spezialisiertes Unternehmen mit dieser Aufgabe, den sogenannten Direktvermarkter. Aber was genau ist eigentlich gemeint? Wie funktioniert Direktvermarktung? Welche Voraussetzungen gibt es? Und wann ist all das rentabel? Diese und weitere Fragen werden in diesem Artikel Schritt für Schritt geklärt.

1. Einführung in die Direktvermarktung von Solarstrom

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine wunderbare Menge an frischen Äpfeln (in diesem Fall Ihren Solarstrom), die Sie auf dem lokalen Markt (der Strombörse) verkaufen möchten. Sie könnten natürlich jeden Tag auf den Markt gehen und versuchen, Ihre Äpfel selbst zu verkaufen. Aber was wäre, wenn Sie jemanden engagieren könnten, der genau das für Sie tut und den besten Preis für Ihre Äpfel erzielt? Das wäre Ihr Direktvermarkter.

Solarstrom Direktvermarktung - Photovoltaik

Und was passiert dann? Sie, der Anlagenbetreiber, erhalten Ihre Vergütung vom Direktvermarkter. Dieser Direktvermarkter verkauft Ihren Solarstrom an der Leipziger Strombörse EEX (European Energy Exchange). Die Vergütung, die Sie erhalten, setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Marktwert, also dem Betrag, den der Direktvermarkter an der Strombörse erzielt, und der Marktprämie. Doch dazu gleich mehr.

1.1. Was ist das Marktprämienmodell

Kommen wir zum Marktprämienmodell. Mit der Einführung des EEG 2017 hat der Staat das Marktprämienmodell eingeführt. Ziel ist es, erneuerbare Energien wettbewerbsfähig zu machen und langfristig ohne staatliche Förderung auf dem Markt zu bestehen. Stellen Sie sich das wie eine Art Stützräder an einem Fahrrad vor, die Ihnen helfen, zu lernen, ohne zu fallen. In diesem Fall hilft die Marktprämie, die Wirtschaftlichkeit der Direktvermarktung zu gewährleisten.

Die Marktprämie ist ein kleiner Bonus, der die Differenz zwischen dem anzulegenden Wert und dem monatlichen Durchschnittspreis für Strom an der Börse ausgleicht. Sie ist ein Anreiz vom Staat, um die Direktvermarktung von Solarstrom attraktiver zu machen.

Und was ist der anzulegende Wert? Das ist der Wert, der bei Ausschreibungen für Photovoltaikanlagen ermittelt wurde. Im Grunde genommen garantiert die Marktprämie, dass Sie als Anlagenbetreiber mindestens so viel Geld erhalten, als wenn Sie die klassische Einspeisevergütung in Anspruch nehmen würden.

Die Berechnung der Marktprämie ist eigentlich recht einfach.

  • Marktprämie = anzulegender Wert (EEG-Vergütung) – monatlicher Durchschnittspreis für Strom an der Börse.

1.2. Was bedeuten Marktprämie und Managementprämie?

Marktprämie: Verstehen Sie die Marktprämie wie eine Art "Sicherheitsnetz" für Anlagenbetreiber im Marktprämienmodell. Wenn Sie sich entscheiden, Ihren Solarstrom direkt zu vermarkten, verzichten Sie auf die festgelegte Einspeisevergütung und damit auf eine sichere Einnahmequelle. Aber Sie wissen auch, dass die Preise an der Strombörse schwanken - manchmal sind sie hoch, manchmal niedrig. Um sicherzustellen, dass Sie auch in Zeiten niedriger Börsenpreise Ihre Anlage wirtschaftlich betreiben können, wird Ihnen eine Marktprämie gewährt. Die Höhe dieser Prämie ändert sich abhängig vom aktuellen Börsenpreis für Strom - sie steigt, wenn der Preis sinkt, und sinkt, wenn der Preis steigt. Das klingt ein bisschen nach einer Waage, die Ihnen hilft, das Gleichgewicht zu halten.

Marktprämie und Börsenpreis = mindestens Einspeisevergütung

Managementprämie: Die Managementprämie ist ein weiterer Begriff, der Sie möglicherweise verwirren könnte. Aber lassen Sie mich Ihnen das mit einem Vergleich erklären: Denken Sie an den Direktor einer Schule, der sicherstellen muss, dass der Stundenplan, die Lehrkräfte und die Klassenräume optimal koordiniert sind. In der Welt der erneuerbaren Energien müssen Direktvermarkter sicherstellen, dass sie genau wissen, wann und wie viel Strom in das Netz eingespeist wird. Das erfordert eine Menge Planung und Vorhersagen, ähnlich wie bei einem Schuldirektor. Und genau für diesen zusätzlichen Aufwand erhalten die Direktvermarkter eine Managementprämie. Bis 2014 wurde diese Prämie separat ausgewiesen, jetzt ist sie aber Teil der Marktprämie. So haben Sie weniger Zahlen, um die Sie sich kümmern müssen!

1.3. Was ist der Unterschied zwischen Direktvermarktung und Einspeisevergütung?

Ich möchte diesen Unterschied gerne mit einem Alltagsbeispiel veranschaulichen. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Obstbauer.

  • Bei der Einspeisevergütung haben Sie einen festen Vertrag mit Ihrem Supermarkt, der Ihnen für jedes Kilo Äpfel, das Sie liefern, einen festen Betrag zahlt.
  • Bei der Direktvermarktung entscheiden Sie sich jedoch dafür, Ihre Äpfel auf dem Bauernmarkt zu verkaufen. Dort können Sie mehr Geld für Ihre Äpfel bekommen, wenn die Nachfrage hoch ist, aber Sie könnten auch weniger verdienen, wenn die Nachfrage niedrig ist.

Bei der Direktvermarktung von Solarstrom ist es ähnlich - Sie haben die Chance, mehr zu verdienen, tragen aber auch ein größeres Risiko. Und genau hier kommen die Marktprämie und die Managementprämie ins Spiel - sie helfen Ihnen, dieses Risiko zu bewältigen.

In Bezug auf die praktische Umsetzung ändert sich für Sie als Anlagenbetreiber bei der Direktvermarktung nicht viel. Sie speisen Ihren Strom wie gewohnt ins Netz ein und betreiben Ihre Anlage wie bisher. Der Unterschied liegt in der Verwaltung und Abrechnung.

Statt über den Bilanzkreis (oder das "Stromkonto") der Übertragungsnetzbetreiber, wird Ihr Solarstrom nun über den Bilanzkreis des Direktvermarkters verrechnet. Dieser übernimmt damit auch die Verantwortung für die Prognose und Nachjustierung der Stromerzeugung.

Denken Sie daran, dass es hier ähnlich ist wie bei einem Wechsel des Mobilfunkanbieters - Sie telefonieren und surfen wie gewohnt, aber die Rechnung kommt von einem anderen Unternehmen.

1.4. Kann man bei der Direktvermarktung Verluste machen?

Tatsächlich können Preise an der Strombörse auch ins Negative fallen können. Das ist vergleichbar mit einer Situation, in der Sie zu viele Äpfel haben und keinen Platz mehr in Ihrem Lager. In diesem Fall sind Sie möglicherweise bereit, jemandem zu zahlen, nur um diese Äpfel zu nehmen und Platz für Sie zu schaffen.

Ähnlich ist es mit Strom: Wenn zu viel Strom im Netz ist (zum Beispiel, wenn es einen sehr windigen Tag gibt und alle Windräder auf Hochtouren laufen) und die Nachfrage gering ist (zum Beispiel mitten in der Nacht), dann könnte es passieren, dass der Preis für Strom ins Negative fällt. Dies bedeutet, dass die Erzeuger tatsächlich dafür bezahlen, ihren Strom ins Netz einspeisen zu dürfen, anstatt Geld dafür zu erhalten.

Und hier kommen wir zu der Frage: Bei der Direktvermarktung ist es theoretisch möglich, dass Sie Verluste machen, wenn der Strompreis ins Negative fällt. Aber keine Sorge! Im Rahmen des Marktprämienmodells sind Sie vor diesen negativen Preisen geschützt.

Wenn der Börsenstrompreis unter null fällt, wird für die Ermittlung der Marktprämie der Börsenstrompreis mit null angesetzt. Mit anderen Worten: Sie müssen nicht draufzahlen, wenn die Preise ins Negative gehen.

Wichtig: Der Direktvermarkter erhält vom vom Anlagenbetreiber ein Dienstleistungsentgelt, welches vom Verkaufserlös abgezogen wird. Damit kann der endgültige Preis pro kWh damit unter den Erlösen aus der normalen Einspeisevergütung liegen. Steigt der Preis am Markt aber über den der Einspeisevergütung, erzielt der Besitzer der Solaranlage aber größere Erträge als über die normale Einspeisevergütung.

Es ist also ein bisschen wie bei einer Versicherung, die Ihnen verspricht, dass Sie nicht mehr als einen bestimmten Betrag zahlen müssen, selbst wenn ein Unfall passiert. Die Marktprämie garantiert Ihnen, dass Sie bei negativen Börsenpreisen nicht draufzahlen müssen. So können Sie Ihre Anlage sicher und mit einem guten Gewissen betreiben.

Die folgende Tabelle ist hierfür ein fiktives Beispiel und dient lediglich zur Veranschaulichung. Die Zahlen sind nicht exakt und können in der Realität anders aussehen. Lassen Sie uns annehmen, die Förderhöhe, also der Betrag, den Sie bekommen würden, wenn Sie sich für die Einspeisevergütung entschieden hätten, liegt bei 6,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Börsenpreis (Cent/kWh) Einspeisevergütung
(Cent/kWh)
Marktprämie (Cent/kWh) Verkaufspreis (Börsenpreis + Marktprämie, Cent/kWh)
4 6,2 2,2 6,2
6 6,2 0,2 6,2
6,2 6,2 0 6,2
16,2 6,2 -10 (Aber effektiv 0, da die Marktprämie nicht negativ sein kann) 16,2
-2 (negativer Preis) 6,2 8,2 (da der negative Börsenpreis bei der Ermittlung der Marktprämie ausgeglichen wird) 6,2

In dieser Tabelle sehen Sie, dass unabhängig vom Börsenpreis der Strom immer für mindestens den Betrag der Förderhöhe (in diesem Beispiel 6,2 Cent/kWh) verkauft wird.

  • Wenn der Börsenpreis niedriger als die Förderhöhe ist (wie in den ersten beiden Beispielen), kommt die Marktprämie ins Spiel, um die Differenz auszugleichen und Ihnen die Förderhöhe zu sichern.
  • Wenn der Börsenpreis gleich oder höher als die Förderhöhe ist (wie in den letzten beiden Beispielen), bekommen Sie den Börsenpreis. Die Marktprämie würde hier theoretisch negativ, aber in der Praxis wird sie auf null gesetzt.
  • Und, selbst wenn der Börsenpreis ins Negative fällt (letztes Beispiel), müssen Sie nicht draufzahlen, denn die Marktprämie gleicht das aus.

Dies wird auch kritisch betrachtet denn:

Die gegenüber dem EEG 2012 reformierte gleitende Marktprämie entlastet die Erzeuger vom Risiko sinkender Marktpreise, belässt ihm aber die Gewinne stark steigender Marktpreise, wie sie insbesondere seit Ende 2021 zu beobachten sind. Quelle:Wikipedia

2. Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für die Direktvermarktung

Theoretisch können Sie als Besitzer einer Photovoltaikanlage Ihren Solarstrom direkt vermarkten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihre Anlage groß oder klein ist. Es kommt allerdings darauf an, ob Sie einen Abnehmer für Ihren Solarstrom finden. Für kleinere Anlagen ist der Aufwand für die Direktvermarktung allerdings unverhältnismäßig groß sein. In diesem Fall ist es sinnvoller, die staatliche Einspeisevergütung zu nutzen oder den Eigenverbrauch zu erhöhen. Schauen wir uns das einmal genauer an.

Eine weitere Option ist der Verkauf von überschüssigem Strom als Mieterstrom an Ihre Mieter oder Nachbarn. Dazu unser Artikel "Alles Wichtige zum Thema Mieterstrom und Photovoltaikanlage." 

2.1. Solarstrom-Direktvermarktung: Notwendige Voraussetzungen

Um Ihren Solarstrom direkt vermarkten zu können, muss Ihre Anlage einige Voraussetzungen erfüllen.

  • So sollte die Leistung Ihrer Anlage mindestens 100 Kilowatt Peak (kWp) betragen. Eine geringere Leistung ist sowohl für Sie als Anlagenbetreiber als auch für den Direktvermarkter oft wenig lohnenswert.
  • Zudem ist es wichtig, dass Ihre Anlage fernsteuerbar ist. Dies ermöglicht es dem Direktvermarkter, jederzeit die aktuellen Einspeisewerte abzurufen und zu ermitteln, wie viele Kilowattstunden er aus Ihrer Anlage vermarkten kann. Die Fernsteuerbarkeit ermöglicht außerdem eine Bedarfsregelung durch den Direktvermarkter.
  • Bei Neuanlagen muss die Fernsteuerbarkeit von vornherein gegeben sein, Bestandsanlagen müssen sie gegebenenfalls nachrüsten.

Ihre Anlage muss also über spezielle Mess- und Übertragungstechniken verfügen, die die Direktvermarktung des Solarstroms ermöglichen. Falls Ihre Anlage noch nicht über diese Technik verfügt, kann sie nachgerüstet werden. So kann Ihre Anlage auch dann am Direktvermarktungsmodell teilnehmen, wenn sie ursprünglich nicht dafür ausgelegt war.

2.2. Ist die Direktvermarktung verpflichtend oder eine freiwillige Option?

Das Thema Direktvermarktung hat im aktuellen Energiegesetz einen festen Platz gefunden und stellt für viele Anlagenbetreiber entweder eine Pflicht oder eine Option dar, abhängig von der Größe der Anlage und dem Datum der Inbetriebnahme. Kurz zusammengefasst heißt das:

  • Wenn Ihre Anlage groß ist (mehr als 100 Kilowattstunden produzieren kann und nach 2016 gebaut wurde), müssen Sie Ihren Strom selbst verkaufen.
  • Bei kleineren Anlagen haben Sie die Wahl. In beiden Fällen bietet der Markt-Weg aber oft die Chance auf mehr Einkommen.

Gehen wir noch einmal genauer den beiden Möglichkeiten nach. Denken Sie an die Direktvermarktung Ihres Solarstroms wie an einen Bauern, der seine Äpfel auf dem Markt verkauft, anstatt sie an einen Großhändler zu geben. Er hat mehr Kontrolle über den Preis und kann oft mehr Geld verdienen, aber er muss auch mehr Arbeit investieren.

Direktvermarktung als Pflicht:

Wenn Ihre Solaranlage nach dem 1. Januar 2016 gebaut wurde und die Leistung über 100 kWp liegt (das entspricht etwa der Menge, die 30 Haushalte im Monat verbrauchen), dann sagt das Gesetz, dass Sie diesen "Markt"-Weg nehmen müssen. Sie müssen also Ihren Strom selbst verkaufen. Bei Anlagen, die noch größer sind (über 500 kWp), gilt das sogar schon seit August 2014.

Der Vorteil dabei: Dieser Markt-Weg ist nicht riskanter als der Großhändler-Weg, und oft können Sie sogar mehr Geld verdienen. Das liegt, wie bereits erklärt,  am sogenannten "Marktprämienmodell". Ohne dieses Modell würde man weniger Geld bekommen.

Direktvermarktung als Option:

Wenn Ihre Anlage kleiner ist oder schon vor 2014 in Betrieb war, haben Sie die Wahl. Sie können entweder den Markt-Weg nehmen und Ihren Strom selbst verkaufen, oder Sie können den Großhändler-Weg wählen und eine feste Vergütung für Ihren Strom bekommen. Wenn Sie den Markt-Weg wählen, müssen Sie nur sicherstellen, dass Ihre Anlage ferngesteuert werden kann, ähnlich wie ein ferngesteuertes Auto. Und wenn Sie sich später umentscheiden und wieder zum Großhändler-Weg zurückkehren möchten, ist das auch kein Problem.

Die Politik in Deutschland möchte, dass immer mehr Solaranlagenbesitzer den Markt-Weg nehmen. Deshalb steht im Gesetz, dass größere Anlagen ihren Strom selbst vermarkten müssen.

2.3. Kann man Eigenverbrauch und Direktvermarktung kombinieren?

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bäcker und backen jeden Tag viele leckere Brote. Einige Brote verkaufen Sie in Ihrem eigenen Laden (das ist wie der Eigenverbrauch von Strom), und einige verkaufen Sie auf dem Markt (das ist wie die Direktvermarktung von Strom). Natürlich können Sie beides machen, aber Sie müssen gut Buch darüber führen, wie viele Brote Sie in Ihrem eigenen Laden verkaufen und wie viele auf dem Markt.

So ähnlich ist das auch mit der Direktvermarktung und dem Eigenverbrauch von Solarstrom: Sie können den Strom, den Ihre Solaranlage produziert, selbst verbrauchen und den überschüssigen Strom, den Sie nicht brauchen, direkt vermarkten. Dabei gilt es Bestimmungen des EEG zu beachten und sicherstellen, dass Sie genau messen, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen und wie viel Sie verkaufen. Der Betrag, den Sie mit der Direktvermarktung verdienen, hängt davon ab, wie viel Strom Sie tatsächlich einspeisen und wie hoch der Strompreis zu diesen Zeiten an der Börse ist.

Die Regeln für die Stromvermarktung sind im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Stellen Sie sich das Gesetz wie ein Kochbuch vor, aus dem Sie ein Rezept auswählen müssen. Sie können wählen, ob Sie Ihren Strom für eine Marktprämie verkaufen, eine feste Vergütung erhalten oder sogar einen zusätzlichen Bonus für die Versorgung von Mietern mit Strom bekommen. Und wenn Sie sich nicht sicher sind, welches "Rezept" das beste für Sie ist, können Sie in der Regel zu jedem Monatsanfang wechseln.

Je nach Größe und Alter Ihrer Solaranlage gelten verschiedene Regeln dafür, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen können und wie viel Sie verkaufen müssen:

  • Wenn Ihre Anlage klein ist (weniger als 100 kWp), können Sie so viel Strom selbst verbrauchen, wie Sie möchten.
  • Wenn Ihre Anlage etwas größer ist (zwischen 100 und 300 kWp), müssen Sie den gesamten Strom direkt vermarkten.
  • Bei noch größeren Anlagen (zwischen 300 und 750 kWp) können Sie bis zu 50% des produzierten Stroms selbst verbrauchen und den Rest verkaufen.
  • Und wenn Ihre Anlage schon älter ist (Ü20-Anlage), können Sie selbst entscheiden, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen und wie viel Sie verkaufen möchten.

Eines sollten Sie aber beachten: Direktvermarkter sind wie Marktbesucher, die nach dem besten Angebot suchen. Sie sind normalerweise nur an größeren Solaranlagen interessiert, und weniger an kleinen Anlagen oder an Anlagen, bei denen viel Strom selbst verbraucht wird. Es ist also wichtig, das richtige "Rezept" zu wählen, um das Beste aus Ihrer Solaranlage herauszuholen.

3. Wann lohnt sich die Direktvermarktung? 

Die Entscheidung für oder gegen die Direktvermarktung ist ein bisschen wie die Wahl, ob Sie Ihr selbst geerntetes Obst und Gemüse direkt auf dem Markt verkaufen oder es lieber an einen Großhändler geben, der Ihnen einen festen Preis dafür bezahlt. Mit der Direktvermarktung haben Sie die Chance, mehr zu verdienen, aber es gibt auch ein höheres Risiko. Lassen Sie uns die verschiedenen Aspekte einmal genauer betrachten.

3.1. Die Vorteile & Nachteile der Direktvermarktung von Solarstrom auf einen Blick

Wenn Sie Ihren Solarstrom direkt vermarkten, können Sie von hohen Strompreisen an der Börse profitieren, ähnlich wie ein Bauer, der seine Ernte verkauft, wenn die Preise hoch sind. Sie bekommen immer mindestens so viel Geld, wie Sie mit der staatlichen Einspeisevergütung bekommen hätten - das ist die sogenannte Marktprämie. Und wenn die Strompreise an der Börse steigen, können Sie sogar noch mehr verdienen.

Aber es gibt auch Nachteile. Direktvermarktung bedeutet mehr Arbeit und Risiko. Sie müssen den Strommarkt beobachten, Prognosen abgeben und dafür sorgen, dass Ihre Anlage technisch auf dem neuesten Stand ist. Und wenn die Nachfrage nach Strom niedrig ist, könnte Ihr Verdienst geringer sein als die Einspeisevergütung.

Direktvermarktung von Solarstrom Vorteile Nachteile
Marktprämie Garantierter Erlös auf dem Niveau der EEG-Einspeisevergütung Kein zusätzlicher Profit, wenn Strompreise niedrig sind
Marktwert Solar Höhere Gewinne möglich bei hohen Börsenstrompreisen Höhere Risiken bei niedrigen Börsenstrompreisen
Managementprämie Ausgleich für Mehraufwand und Vermarktungsrisiken Erfordert Prognosen und umfassendes Management der Anlage
Marktbeobachtung Potenzial für höhere Renditen bei richtiger Timing Erfordert ständige Marktbeobachtung und kann stressig sein
Technische Voraussetzungen Zugang zu gestiegenen Börsenpreisen Hohe einmalige und laufende Kosten für notwendige Technik
Risikomanagement Möglichkeit für höhere Renditen Höheres Risiko im Vergleich zur fixen Einspeisevergütung
Langfristige Verträge Sicherheit durch feste Laufzeiten Erfordert langfristige Planung und Prognosen

3.2. Was ist rentabler? Einspeisevergütung oder Direktvermarktung.

Ob die Einspeisevergütung oder die Direktvermarktung für Sie rentabler ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei großen Solaranlagen (über 100 kWp), die nach 2016 in Betrieb genommen wurden, ist die Direktvermarktung gesetzlich vorgeschrieben, daher stellt sich hier die Frage gar nicht.

Für kleinere oder ältere Anlagen hängt die Entscheidung von verschiedenen Faktoren ab, ähnlich wie bei der Frage, ob Sie als Bäcker Ihr Brot lieber direkt an die Kunden verkaufen oder es an einen Großhändler liefern.

  1. Um von den gestiegenen Strompreisen an der Börse zu profitieren, brauchen Sie in der Direktvermarktung spezielle Geräte. Dazu gehört ein spezieller Zähler, der RLM-Zähler genannt wird. Dieser misst alle 15 Minuten, wie viel Strom Ihre Anlage produziert.

  2. Der Direktvermarkter, also die Firma, die Ihren Strom verkauft, muss die Möglichkeit haben, Ihre Solaranlage zu kontrollieren und wenn nötig zu steuern. Dafür braucht es zusätzliche Technik, die installiert werden muss. Der Datenlogger, der normalerweise in einer Solaranlage ist, reicht dafür nicht aus.

  3. Vor allem bei älteren Anlagen ist das Installieren dieser zusätzlichen Technik aufwendig und kann viel Geld kosten.

  4. Es gibt noch weitere Kosten, die man beachten muss, wenn man seinen Solarstrom direkt vermarkten möchte. Der Direktvermarkter muss zum Beispiel vorhersagen können, wie viel Strom Ihre Anlage in der Zukunft produziert. Er muss auch die produzierte Strommenge dokumentieren und dafür sorgen, dass Sie dafür bezahlt werden. All das kostet Zeit und Geld.

  5. Die Verträge für die Direktvermarktung laufen meistens 24 Monate oder länger. Damit sich die Direktvermarktung für Sie lohnt, müssen die Preise, die Sie an der Strombörse für Ihren Solarstrom bekommen, langfristig höher sein als das, was Sie durch die staatlich festgelegte Einspeisevergütung bekommen würden. Sonst machen Sie aufgrund der zusätzlichen Kosten eher Verluste statt Gewinne.

Daher lohnt sie sich nach aktuellem Stand eher für Anlagen mit einer Leistung von über 50 kWp. 

3.3. Lohnt sich Direktvermarktung bei ausgeförderten Anlagen nach 20 Jahren?

Das Umweltbundesamt hat darauf hingewiesen, dass diese Option für kleinere, nach der EEG-Förderung ausgelaufene Anlagen nicht immer die beste Wahl ist. Sie könnten es sich vorstellen wie bei einem kleinen Obstbauern, der seine Äpfel direkt auf dem Markt verkauft - der Aufwand für die Vermarktung (und die damit verbundenen Kosten) kann ziemlich hoch sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass nur eine kleine Menge Äpfel (in diesem Fall Strom) verkauft wird.

Wenn Sie auch noch Geld in Technik investieren müssen, die Ihre Anlage fernsteuerbar macht, ist es, als würden Sie einen nagelneuen Traktor für Ihre kleine Apfelplantage kaufen. Die zu erwartenden Einnahmen - das Umweltbundesamt schätzt etwa 4,5 Cent pro Kilowattstunde - könnten diese Kosten kaum decken.

Nun, was sind Ihre Alternativen? Sobald Ihre EEG-Förderung ausläuft, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Sie speisen den Strom weiterhin ein und erhalten eine verringerte Einspeisevergütung, die auf dem Marktwert Solar für das jeweilige Jahr basiert. Diese Option ist wie ein Lohnkürzung, aber immerhin haben Sie einen sicheren Arbeitsplatz und Einkommen.
  2. Sie betreiben Ihre Anlage weiter und verkaufen den Solarstrom über Direktvermarktung. Dies ist vergleichbar mit dem Versuch, in die Selbstständigkeit zu wechseln - es könnte lohnenswert sein, aber es könnte auch ziemlich riskant sein.
  3. Nun, es gibt auch eine dritte Möglichkeit: Sie können die Anlage weiterbetreiben, aber umrüsten, um den größtmöglichen Eigenverbrauch zu erreichen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Obstgarten und entscheiden sich, so viele Äpfel wie möglich selbst zu essen oder zu Saft zu pressen. Der Strom, den Sie nicht verbrauchen, kann entweder gegen eine verringerte EEG-Pauschale ins Netz eingespeist oder über Direktvermarktung verkauft werden. Mit steigenden Strompreisen kann diese Option oft die beste Wahl sein. Ihre Photovoltaikanlage ist nach 20 Jahren in der Regel abbezahlt, und der Strom, den Sie produzieren, kostet Sie nur noch die Betriebskosten, die viel günstiger sind als der gekaufte Strom aus dem Netz.

Hier haben wir einen Artikel, der sich mit genau diesem Thema der Ü20 Anlagen beschäftigt und Lösungen aufzeigt: PV-Anlagen nach dem Ende der EEG-Förderung

Zum Beispiel: Wenn Sie eine Kilowattstunde eingespeisten Strom verkaufen, erhalten Sie ungefähr 7 Cent. Aber wenn Sie eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kaufen, zahlen Sie rund 30 Cent. Der selbstproduzierte Solarstrom kostet Sie nur die Betriebskosten von etwa 5 Cent pro Kilowattstunde. Also, am profitabelsten ist es, wenn Sie möglichst wenig Strom aus dem öffentlichen Netz kaufen müssen.

Zum Schluss, es kann verlockend sein, auf die Direktvermarktung zu setzen, wenn Ihre EEG-Förderung ausläuft, aber denken Sie daran, alle Optionen zu prüfen und sich gut zu informieren. Was am besten für Sie funktioniert, hängt von Ihren individuellen Umständen ab. Wie bei so vielen Entscheidungen im Leben, ist die richtige Antwort oft: "Es kommt darauf an."

4. Abrechnung und Auszahlung bei der Direktvermarktung: Wer zahlt was und wie?

Stellen Sie sich die Abrechnung und Auszahlung in der Direktvermarktung von Solarstrom vor wie ein Spiel zwischen drei Spielern:

  1. Ihnen, dem Anlagenbetreiber
  2. dem Direktvermarkter
  3. und dem Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU)

Wenn Sie den Strom, den Ihre Photovoltaik-Anlage erzeugt, direkt vermarkten, erzielen Sie Erlöse aus zwei Quellen.

  1. Die erste ist der Marktwert, der von Ihrem Direktvermarkter bezahlt wird. Denken Sie dabei an den Marktwert als den Preis, den der Direktvermarkter bereit ist, für den von Ihrer Anlage erzeugten Strom zu zahlen. Dieser Marktwert wird nach jedem Monat berechnet, und Ihre Abrechnung erfolgt im nächsten Monat - ähnlich wie Ihr Gehaltscheck, der am Ende des Monats kommt.
  2. Die zweite Einnahmequelle ist die Marktprämie, die vom EVU ausgezahlt wird. Die Marktprämie ist wie ein Bonus, den das EVU Ihnen gibt, um die Differenz zwischen dem Marktwert und dem festen EEG-Vergütungssatz auszugleichen. Die Marktprämie wird entweder direkt an Sie ausgezahlt oder, wenn Sie dies mit dem Direktvermarkter vereinbart haben, an den Direktvermarkter, der dann beide Beträge in einem Zug an Sie weiterleitet.

Abrechnung - Partner

Ein wichtiger Punkt zur Beachtung: Während die Zahlung vom Direktvermarkter an Sie der Umsatzsteuer unterliegt (ähnlich wie das Gehalt, das Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten), ist die Marktprämie vom EVU steuerfrei.

Denken Sie an die Marktprämie als eine Art staatliche Förderung oder Stipendium, das nicht besteuert wird.

4.1. Entwicklung der Monatsmarktwerte: Was bewirkt die Jahreszeit?

Die Monatsmarktwerte für den Solarstrom variieren mit der Jahreszeit, ähnlich wie die Preise für Obst und Gemüse, die je nach Erntezeit variieren. Im Sommer, wenn die Sonne stark scheint und Ihre Solaranlage viel Strom produziert, liegt der Marktwert meist leicht unter dem mittleren Strompreis an der Börse. Im Winter, wenn die Sonneneinstrahlung geringer ist, liegt der Marktwert höher als der mittlere Börsenstrompreis.

Es ist wie mit Äpfeln auf dem Markt: Wenn viele Äpfel verfügbar sind (wie im Herbst), sinken die Preise. Wenn die Äpfel knapp sind (wie im Frühjahr), steigen die Preise.

Aber hier kommt der Clou: Selbst wenn der Marktwert für Ihren Solarstrom über dem Monatsmittelwert liegt, verringert sich die Marktprämie nicht entsprechend. Das bedeutet, dass Sie in einigen Monaten tatsächlich mehr verdienen können, als die ursprüngliche EEG-Vergütung versprach - ein bisschen wie ein unerwarteter Bonus auf Ihrem Gehaltsscheck!

Darüber hinaus ist es wichtig, die Entwicklung der Marktwerte zu beobachten, besonders wenn Sie sich in der Post-EEG-Phase befinden. Nach 20 Jahren müssen Sie entscheiden, ob Sie den erzeugten EEG-Strom zu Börsenpreisen vermarkten oder Optionen wie den Eigenverbrauch nutzen möchten.

Vergleichen Sie es mit der Entscheidung, ob Sie nach der Rente weiterarbeiten oder Ihre Ersparnisse und Renteneinnahmen nutzen möchten. Die Kenntnis der Marktwerte kann Ihnen dabei helfen, die beste Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.

Schauen Sie auf die aktuellen Börsenstrompreise, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die Marktwerte entwickeln könnten. Einige Solaranlagenbetreiber sind bereits in der Lage, mit nur fünf Cent pro Kilowattstunde auszukommen, was zum Teil auf sinkende Investitionskosten, aber auch auf die Einberechnung der Zusatzerlöse aus dem Strommarkt zurückzuführen ist. Es ist also wichtig, alle Faktoren zu berücksichtigen, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

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